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André Thomkins
Lackskin auf Papier, 1961–1964
165 x 195 cm
André Thomkins
Lackskin auf Papier, 1961–1964
165,5 x 200,5 cm
André Thomkins
Lackskin auf Papier, 1961–1964
170 x 200 cm
André Thomkins
Lackskin auf Papier, 1961–1964
138 x 196 cm

André Thomkins: Lackskins (1961–1964)
September/Oktober 2019

André Thomkins (Luzern 1930 – Berlin 1985), von Dada und Surrealismus geprägt, gehört zu den wichtigsten Schweizer Künstlern des 20. Jahrhunderts. Seit 1952 in Deutschland ansässig, lehrte er von 1971–74 an der Kunstakademie Düsseldorf und arbeitete im Rahmen eines DAAD-Stipendiums ab 1982 in Berlin. Enge Freundschaft verband den vielseitigen Künstler u.a. mit Gotthard Graubner, Dieter Roth, Daniel Spoerri, Jean Tinguely und Bernhard Luginbühl, mit denen er auch zusammen arbeitete. 1989 richtete die Akademie der Künste ihm in Berlin eine umfangreiche Gedächtnisausstellung ein.

Ende der 1950er Jahre entwickelte Thomkins die Technik der sogenannten Lackskins. Diese verbindet das Moment des Zufalls – mittels auf Wasser geträufelter Lackfarbe – mit präziser Gestaltung. Durch Manipulation der Farbfläche (der Skinhäute) werden die Farbverläufe durch Blasen mit Strohhalmen, durch Dirigieren mittels Hölzern oder durch Einschneiden der sich abbindenden Farbflächen gestaltet. Das so entstehende Bild bleibt über viele Stunden veränderbar, bis es schließlich auf eine Papierfläche im Wasser abgerollt wird.
Thomkins kombiniert mit der Technik der Lackskins ein kontrolliertes Eingreifen mit einer spontanen, gestischen »Malweise«, die an den Automatismus der Surrealisten erinnert und die auf den Abstrakten Expressionismus und das Action Painting der 1960er Jahre verweist.