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Gotthard Graubner
Hommage zum 90. Geburtstag

Gotthard Graubner (1930–2013) setzt sich in seinen Bildern mit dem Medium Farbe auseinander. Sie ist Kern seiner Bildkonzeption und frei von gegenständlicher oder thematischer Einbindung. Die Farbe steht für sich, sie besitzt einen eigenen Ausdruck: »Die Farbe entfaltet sich als Farborganismus; ich beobachte ihr Eigenleben, ich respektiere ihre Eigengesetzlichkeit«, (Graubner 1969).

Ausgehend von monochromen Gemälden entwickelt Gotthard Graubner ab Mitte der 1960er Jahre die von ihm selbst als Kissenbilder bezeichneten und später als Farbraumkörper weitergeführten Werke, die die flachen, zweidimensionalen Grenzen des herkömmlichen Tafelbildes überschreiten.

Unsere Hommage zum 90. Geburtstag Gotthard Graubners zeigt Werke aus der frühen Schaffensphase der 1960er Jahre sowie raumgreifende Farbraumkörper unterschiedlicher Größe aus der späteren Zeit.

Gotthard Graubner nimmt 1968 und 1977 an der Documenta in Kassel teil und stattet 1982 den Deutschen Pavillon auf der Biennale von Venedig aus, heute befindet sich der Zyklus im Museum für Moderne Kunst, Frankfurt a. M. Von 1976 bis 1998 war er Professor der Staatlichen Kunstakademie Düsseldorf. 1988 entstehen zwei große Farbraumkörper für den Amtssitz des Bundespräsidenten im Schloß Bellevue in Berlin, 1999 ein großer Farbraumkörper für die Bundeskunstsammlung im Reichstagsgebäude, Berlin.