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Willi Baumeister Gemälde der 30er Jahre
Sportbilder, Figuren malerisch, Formen, Ideogramme und Zeichen

Mit dem Beginn der 1930er Jahre wandelt sich das Werk Willi Baumeisters (1889–1955) grundlegend. Ausgehend von der konstruktiven Bildfindung der 1920er Jahre löst sich Baumeister vom figürlichen Motiv und entwickelt biomorphe, schwebende Formgebilde, die sich bis zum einfachen Bildzeichen verdichten – dem »Ideogramm« als »Urform des Bildhaften«.

13 Gemälde zeigen beispielhaft die verschiedenen Werkgruppen dieser Zeit.

Anregungen zu seinem Formenrepertoire erhält Baumeister durch seine intensive Beschäftigung mit antiken Urtexten, Mythen und prähistorischen Felsmalereien aus Afrika, die ihm aus Büchern bekannt sind. »Der Maler muß die kürzeste, die einfachste Ausdrucksform für die Wesenheiten des Menschen finden. (...) Die Figuren erhalten die Bedeutung von Symbolen. Sie sind zu Zeichen geworden«.

Auch in den Jahren der Verfemung durch die Nationalsozialisten und inneren Emigration ab 1933 hat Baumeister seine ungegenständliche Bildsprache kompromisslos und unter schwierigsten Bedingungen weiterentwickelt. 1937 werden seine Werke aus deutschen Museen entfernt und vier Bilder in der Ausstellung »Entartete Kunst« gezeigt; 1938 Teilnahme an der Gegenausstellung »Twentieth Century German Art« in London. 1939 veranstaltet in Paris die Galerie Jeanne Bucher anlässlich seines 50sten Geburtstages noch einmal eine Einzelausstellung. Als durch die politische Repression das Malen für ihn nahezu unmöglich wird, widmet er sich der Arbeit an seinem Buch »Das Unbekannte in der Kunst«.

»Da es keine Leinwand mehr gibt, male ich auf Pappe kleine Formate. Im Atelier ist es sehr schön still. Andererseits ist es nicht leicht, die Depressionen dieser Zeit auszuhalten. (...) Vermutlich kann ich nie mehr meine Bilder in Ausstellungen zeigen.» (Baumeister 1941)

Seine Kunst wird zu einem wesentlichen Bindeglied zwischen der Avantgarde der 1920er Jahre und dem Neubeginn einer freien Kunstentfaltung nach 1945, nicht zuletzt durch seine Professur an der Stuttgarter Kunstakademie hat Baumeister die junge deutsche Nachkriegsmoderne nachhaltig beeinflusst.

Ausstellung in Berlin: 24. Februar – 2. Juni 2018
Di–Fr 10–18 Uhr, Sa 11–15 Uhr
Katalog 10,– Euro


Willi Baumeister
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