Almut Heise
Gemälde – Zeichnungen
aus den Jahren 1968–2013
Almut Heise (*1944), die in den 1960er Jahren in Hamburg bei Gotthard Graubner, Allen Jones und David Hockney und 1970/71 in London am Royal College of Art bei Peter Blake Malerei studiert hat, empfängt Impulse aus der englischen Pop Art, aber auch die Malerei der Neuen Sachlichkeit und Maler wie Balthus oder Frances Bacon waren für sie wichtig. Detailliert schildert Heise in ihren minutiös ausgeführten Arbeiten Innenräume nebst Personenrepertoire. Jeder Faltenwurf, jedes Tapetenmuster und jede Geste werden so lange erprobt, bis die ersehnten Räume entstehen. Dabei verrückt ein Gemälde wie »Die große Museumsszene I« (1989) den im musealen Kontext gängigen Sektempfang in eine kühle, surreal anmutende Szenerie, indem es wie auf einer Bühne antikisierendes Skulpturen-fragment und Gipskopie mit zwei herausfordernd aus dem Bild blickenden Akten und einer Design-Ikone der 1950er Jahre kombiniert.
Seit Mitte der 1960er Jahren entsteht ein umfangreicher auf Interieurs und Portraits konzentrierter Werkblock an Zeichnungen und farbigen Papierarbeiten, zunächst vorbereitend für Gemälde, später als autonomere Arbeiten. Heise schafft keineswegs realistische Abbilder, sondern sie stilisiert mit scharfer Beobachtung ihre Sujets, die von Raum und Zeit entrückt scheinen:
»Meine Bilder sind nur insofern realistisch, als man von dem, was man sieht, glauben kann, dass es das so geben könnte. Ich möchte Gegenstände malen und mit Gegenständen und Zitaten hantieren wie andere Leute mit Farben und Formen … das Unmögliche mit äußerstem Realismus darstellen.« (Heise, 2000)
Mit der Ausstellung wird das 2024 erschienene, zweibändige Werkverzeichnis der Gemälde und Arbeiten auf Papier von Almut Heise vorgestellt.
Ausstellung in Bremen: 11. April – 30. Mai 2026